Das digitale Impfmanagement

Impfen in der Arztpraxis – wer, wann, wogegen?

Das digitale Impfmanagement unterstützt die Arztpraxis bei administrativen Abläufen rund um das Thema „Impfen“. Dies kann sich von der Terminvergabe und der Impfdokumentation bis hin zur Steuerung von Impfprozessen erstrecken. Zudem stellt es Ärztinnen und Ärzten relevante Informationen zur Verfügung - etwa zu Impfhinweisen auf Grundlage der STIKO-Empfehlungen.

Auf einen Blick

  • Das digitale Impfmanagement unterstützt die Arztpraxis bei administrativen Prozessen und vereinfacht damit den Impfalltag in der Praxis.
  • Zu den Kernprozessen zählen die Terminvergabe, die Impfdokumentation, die Steuerung von Impfprozessen, intelligente Impfstoffempfehlungen und die Übermittlung von Impfdaten für das Impf-Monitoring
  • Es dient als Informationsspeicher und stellt allgemeine und spezifische Informationen zu Impfstoffen, die für eine Handhabung in der Praxis relevant sind, zur Verfügung.
  • Die digitale Erfassung der Impfdaten ermöglicht auch das schnelle und einfache Ausstellen eines Impfnachweises.
  • Gerade in Zusammenhang mit den COVID-19-Impfungen und der Ausstellung von Zertifikaten über den Impfstatus birgt dies Vorteile.
  • Ab 2022 kann der Impfnachweis digital als eImpfpass in der elektronischen Patientenakte (ePA) hinterlegt werden. 

Funktionalitäten eines digitalen Impfmanagements

Ein digitales Impfmanagement sollte in jeder Arztpraxis einige grundlegende Funktionalitäten abdecken.

Dazu zählt in erster Hinsicht eine reibungslose und gut koordinierbare Vergabe von Impfterminen – etwa über eine Onlineterminbuchung. Damit lassen sich Erst- und Folgeimpfungen im erforderlichen Zeitabstand planen und koordinieren.

Das digitale Impfmanagement gibt einen Überblick über den Impfstatus der Patienten und prüft diesen Status nach STIKO-Indikation bei allen Patientinnen und Patienten einer Praxis automatisch. So können Impflücken entdeckt und geschlossen werden.

Hierfür eignet sich ein sog. Recall-System. Dieses ermittelt, bei welchen Patienten eine solche Impflücke besteht und sendet diesen per Email eine Erinnerung zu. Im Anschluss kann ein Termin vereinbart und die bestehende Impflücke – etwa im Rahmen der Grundimmunisierung oder für eine Impfauffrischung gegen FSME – geschlossen werden.

Das digitale Impfmanagement berücksichtigt für seine Impfempfehlungen patientenbezogene Gefährdungsgrößen, wie etwa Vorerkrankungen, Alter oder Geschlecht. Diese Daten werden analysiert und daraus Empfehlungen für angezeigte Impfungen abgeleitet.  

Das digitale Impfmanagement dient Ärztinnen und Ärzten auch als Informationsspeicher. Es enthält zahlreiche allgemeine und spezifische Informationen zu Impfstoffen, die für eine Handhabung in der Praxis relevant sind – etwa die notwendige Kühltemperatur des Impfstoffs, Informationen zu dessen Verabreichung, Aufklärungsbögen, Merkblätter etc.

Auch die digitale Dokumentation der Impfung wird ermöglicht. Zum einen kann die medizinische Dokumentation durch die Erfassung der verschiedenen ICD-10-Codes digital erfolgen. Zum anderen werden die Impfziffern unter Angabe der Chargennummer des jeweiligen Impfstoffs zur Abrechnung erfasst. Es lässt sich ergänzend auch die Anzahl der durchgeführten Impfungen je Impfstoff erfassen und statistisch auswerten. Auch Erst- und Folgeimpfungen sind jeweils im impfstoffspezifischen Zeitabstand bestimmbar. 

Im Rahmen der SARS-COV-2-Pandemie bietet das digitale Impfmanagement zudem die Möglichkeit, eine Übersicht über die täglich verimpften COVID-19-Impfdosen zu generieren. Diese Übersicht kann dem Robert-Koch-Institut (RKI) digital via DIM-Schnittstelle täglich zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist eine analoge Auflistung der Tagessummen möglich. Diese können Arztpraxen über das Impfdokumentationsportal der KBV melden. 
 

Ein umfassendes Lagerverwaltungssystem unterstützt die Praxis im Rahmen des digitalen Impfmanagements bei der Bestellung und Buchung von Impfstoffdosen. Hierüber erhalten Ärztinnen und Ärzte sowie MFAs einen Überblick, welche Impfstoffe in welcher Anzahl noch vorhanden sind, und zeigt das Verfallsdatum der im Lager vorrätigen Impfstoffe an. So sind Ärztinnen und Ärzte in der Lage, den Impfstoff mit der geringsten Resthaltbarkeit priorisiert zu verimpfen.

Digitaler Impfnachweis

Durch die digitale Erfassung ist auch das Ausstellen eines Impfnachweises einfach und schnell möglich. Der Impfnachweis kann ab 2022 in den eImpfpass eingetragen und in der ePA hinterlegt werden.

Derzeit ist im Rahmen des digitalen Impfmanagements nur der Ausdruck des Impfplans oder des Impfstatus aller durchgeführten Impfungen des jeweiligen Patienten möglich. Ab Juli 2021 kann außerdem ein Zertifikat als digitaler Nachweis für die Impfung gegen SARS-COV-2 direkt in der Praxissoftware ausgestellt werden (COVID-19-Zertifikat).
 

COVID-19-Zertifikat

Spätestens seit dem 12. Juli 2021 sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in der Lage, Patientinnen und Patienten ein Zertifikat zum Nachweis der Schutzimpfung oder des Genesenen-Status in Zusammenhang mit COVID-19 auszuhändigen.

COVID-19-Zertifikate können für verschiedene Szenarien komfortabel und mit wenigen Klicks in der Praxissoftwarelösung erzeugt werden:
 

  1. ein Impf-Zertifikat für innerhalb oder außerhalb der Praxis Geimpfte
  2. ein Genesenen-Zertifikat
  3. ein Zertifikat für Genesenen-Impfung 


Das Modul ist dabei direkt in die Praxissoftware integriert und ermöglicht eine automatische Übernahme der Stamm- und Impfdaten. Das jeweilige Zertifikat wird zusammen mit einem QR-Code ausgedruckt und kann anschließend von der Patientin oder dem Patienten bequem auf dem Smartphone in der CovPass- oder Corona-Warn-App abgespeichert werden.

Technische Voraussetzungen in der Arztpraxis für das Ausstellen von COVID-19-Zertifikaten

Um ein COVID-19-Zertifikat ausstellen zu können, müssen Arztpraxen die technischen Voraussetzungen zur Nutzung des Softwaremoduls sicherstellen. Neben dem Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) sind dies folgende Komponenten:

  • Zur Ausstellung eines COVID-19-Zertifikats
  • Automatische Übernahme der Daten aus der Patientendokumentation
  • Dient der Registrierung als medizinische Einrichtung 
  • Ist die Voraussetzung, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann
  • Zugang zur TI erfolgt über den Konnektor
  • Installation der Firmware-Version 3.0 (PTV-3) oder höher als Voraussetzung
     
  • Zur Authentifizierung der Praxis gegenüber der TI mittels SMC-B
  • Zum Stecken der SMC-B, des eHBA und der eGK des Patienten
     

Fördermöglichkeiten und Vergütung rund um das Thema COVID-19-Zertifikate

Viele der für das COVID-19-Zertifikat notwendigen Komponenten sind in Praxen bereits aufgrund anderer TI-Anwendungen vorhanden. Die Technikkosten werden daher in Teilen über deren TI-Pauschalen abgedeckt.

Für das benötigte Praxissoftware-Modul entstehen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aufgrund der Kostenübernahme durch das Bundesministerium für Gesundheit keine zusätzlichen Kosten.

Die Vergütung für die Ausstellung der Zertifikate ist über die Abrechnungsziffern 88350 bis 88353 geregelt. Nähere Informationen zur Vergütung stellt die zuständige Kassenärztliche Vereinigung bereit.
 

Fort- und Weiterbildungen

Die medatixx-akademie bietet ein breites Schulungsangebot zu Themen aus der Arztpraxis.

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So macht es medatixx

Das digitale Impfmanagement ist ein Teil der Praxissoftware von medatixx. Möchte man darüber hinaus zusätzliche Funktionen in Bezug auf Lagerhaltung, der Erstellung von Impfplänen etc. nutzen, bietet medatixx die Zusatzlösung x.impfen an. Für ein reibungsloses Online-Terminmanagement können Ärztinnen und Ärzte zudem auf die Zusatzlösung x.webtermin und den Terminplaner zurückgreifen.
Das Ausstellen von COVID-19-Zertifikaten ist mit der Praxissoftware von medatixx ebenfalls möglich. Für das dafür erforderliche Softwaremodul entstehen keine zusätzlichen Kosten. Mehr unter x-impfen.de.