Der elektronische Medikationsplan (eMP)

Digital, sicher und stets aktuell

Mit dem elektronischen Medikationsplan (eMP) erhalten Ärztinnen und Ärzte einen strukturierten Überblick über die Medikamente, die ein Patient einnimmt. Die verordneten Medikamente und therapeutische Maßnahmen werden dabei auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) erfasst. Der eMP stellt eine konsequente Weiterentwicklung des bereits vorhandenen Bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) dar. Zukünftig werden diese Informationen um weitere Attribute ergänzt und ab 2023 zentral in der Telematikinfrastruktur patientenindividuell gespeichert. Die Nutzung ist für Patienten freiwillig.

Auf einen Blick

  • Der elektronische Medikationsplan (eMP) ist die digitale Weiterentwicklung des im Oktober 2016 eingeführten Bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP).
  • Seit dem Jahr 2020 kann dieser in Abhängigkeit der technischen Voraussetzungen in der Praxis angelegt und digital auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.
  • Der eMP beinhaltet Informationen über die Medikation von Patientinnen und Patienten sowie mögliche Allergien und Unverträglichkeiten.
  • Sofern anspruchsberechtigte Patienten dies wünschen, müssen sowohl Haus- als auch Fachärzte den eMP erstellen und bei Bedarf aktualisieren.

Vom BMP zum eMP

Der elektronische Medikationsplan (eMP) ist eine Weiterentwicklung des papierbasierten bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP) und macht dessen Inhalte nun auch digital verfügbar. Er wird auf der eGK des Patienten gespeichert. Eine Kopie davon wird zudem in der Praxissoftware der behandelnden Ärztin bzw. des behandelnden Arztes abgelegt.

Zu den Inhalten des eMP zählen:

Zum Beispiel:

  • Vorname
  • Nachname
  • Geburtsdatum
  • Verordnete Arzneimittel
  • Selbst erworbene Arzneimittel (OTC)
  • Ggf. ehemals eingenommene Medikamente
  • Allergien und Unverträglichkeiten
  • Wirkstoff
  • Dosis
  • Zeitpunkt
  • Häufigkeit
  • Einnahmegrund
  • Sonstige Hinweise zur Einnahme
  • für andere Ärzte
  • für Apotheker

Anspruch auf den elektronischen Medikationsplan

Patientinnen und Patienten haben nach §31a SGB V bereits seit 2016 Anspruch auf die Erstellung eines Medikationsplans in Papierform. Dies bleibt auch weiterhin die Grundlage für die Bereitstellung des elektronischen Medikationsplans.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

Patienten nehmen mindestens drei systemisch wirkende Medikamente ein.

Die Einnahmedauer ist langfristig und beträgt mindestens 28 Tage.

Die Medikamente werden im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben.

Darüber hinaus kann die Nutzung des eMP bei Versicherten sinnvoll sein:

Wenn die Patientin schwanger ist.

Wenn eine fachübergreifende bzw. intersektorale Zusammenarbeit angezeigt ist.

Wenn die Patienten an seltenen Erkrankungen leiden.

 

Rechte und Rollen

Anlegen
Anlegen sollten den eMP Ärztinnen und Ärzte, die die Medikation koordinieren. Dies sind in aller Regel die Hausärzte.

Aktualisieren
Sowohl der ausstellende Arzt als auch die mitbehandelnden Fachärzte sind zu einer Aktualisierung des eMP verpflichtet, sobald sie die Medikation des Patienten anpassen oder Kenntnis über eine solche Änderung haben. Das gilt auch für Apotheken. Die Verantwortung über die von ihm verschriebene Medikation verbleibt weiterhin beim verschreibenden Arzt.

Auslesen
Stimmt die Patientin oder der Patient zu, dürfen Ärzte und deren Fachpersonal, Apotheker und deren Fachpersonal sowie Psychotherapeuten auf den eMP zugreifen und diesen auslesen.

Sicherheit per PIN

Wie der Notfalldatensatz (NFD) kann der elektronische Medikationsplan per PIN vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Hat der Patient den PIN-Schutz auf seiner eGK aktiviert, ist bei der initialen Erstellung, Aktualisierung oder dem Auslesen des eMP die Eingabe dieser PIN erforderlich. Wie der Notfalldatensatz (NFD) kann der elektronische Medikationsplan per PIN vor unberechtigten Zugriffen geschützt werden. Hat der Patient den PIN-Schutz auf seiner eGK aktiviert, ist bei der initialen Erstellung, Aktualisierung oder dem Auslesen des eMP die Eingabe dieser PIN erforderlich.

In 4 Schritten zum elektronischen Medikationsplan

Wichtig für Ärztinnen und Ärzte

  • Bei Erstellung und Aktualisierung des eMP müssen alle aktuell verordneten und anzuwendenden Arzneimittel vollständig dokumentiert werden.
  • Vom Versicherten selbst erworbene und/oder ergänzend eingenommene AMTS-relevante Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel sind aufzunehmen, wenn der Patient dem zustimmt.
  • Ein Patient kann der Aufnahme von Informationen in den eMP grundsätzlich widersprechen. Es kann also nicht von einem vollständigen Datensatz ausgegangen werden.
  • Der Patient muss in die Erstellung eines eMP einwilligen. Diese Willenserklärung sollte im Krankenblatt des Patienten dokumentiert werden.

So wird der eMP vergütet

Erforderlich für eine Abrechnung ist ein Anschluss der Praxis an die Telematikinfrastruktur sowie das Vorhalten der technischen Voraussetzungen für den eMP.

Die Vergütung für den eMP erfolgt pauschal und extrabudgetär als Einzelleistung und über Zuschläge. Man unterscheidet zwischen der Vergütung für Hausärztinnen und Hausärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner und der Vergütung für Vertragsärzte der fachärztlichen Versorgung. Sie entspricht der bereits festgelegten Vergütung für den bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP).

Auf der Webseite der KBV finden Sie eine detaillierte Übersicht zur Vergütung.

 

Technische Voraussetzungen in der Arztpraxis

Voraussetzung für den eMP sind der Anschluss an die Telematikinfrastruktur und folgende Komponenten:

  • Zur Erstellung und Bearbeitung des eMP
  • Bei Praxissoftware-Hersteller erhältlich
  • Update auf den E-Health-Konnektor (PTV-3) notwendig
  • Unterstützt die QES
  • Zur Authentifizierung der Praxis gegenüber der TI mittels SMC-B
  • Zum Stecken des eHBA und der eGK des Patienten
  • Zusätzliches Kartenlesegerät im Sprechzimmer
  • Die PIN muss zur Anlage eines eMP bereits vorliegen
  • Der Versicherte muss diese im Vorfeld bei seiner Krankenkasse anfordern

Fördermöglichkeiten rund um das Thema NFDM/eMP

Alle für NFDM/eMP notwendigen Komponenten können auch für weitere TI-Anwendungen genutzt werden. Daher werden die Kosten für die technische Ausstattung der Praxen über die TI-Pauschalen abgedeckt. Für die jeweiligen Komponenten bietet der Gesetzgeber folgende Finanzierungsvereinbarung an:

NFDM/eMP-Update für den Konnektor und die Praxissoftware

  • Höhe: einmalig 530 €
  • Voraussetzung: Ein Nachweis gegenüber der KV, dass die Praxis für das NFDM und den eMP vorbereitet ist, ist erforderlich.

Elektronischer Heilberufsausweis (eHBA)

  • Höhe: 11,63 € pro Quartal und Arzt
  • Der eHBA ist Teil der Pauschalen für die TI-Grundausstattung und den laufenden Betrieb.

Update des Konnektors auf den ePA-Konnektor

  • Höhe: einmalig 400 €
  • Der Nachweis der Anspruchsberechtigung erfolgt automatisch über die Abrechnungsdatei. Es müssen keine weiteren Unterlagen eingereicht werden.
  • Die Auszahlung erfolgt mit der Restzahlung und wird im Honorarbescheid ausgewiesen.

Weiteres Kartenlesegerät

  • Höhe: 595 € je Kartenterminal
  • Je angefangene 625 Betriebsstättenfälle besteht Anspruch auf ein zusätzliches Kartenterminal.
  • Voraussetzung: Ein Nachweis gegenüber der KV, dass die Praxis für das NFDM und den eMP vorbereitet ist, ist erforderlich.

Betriebskosten

  • Höhe: 4,50 € pro Quartal
  • Der Betrag wird zusätzlich zu den bereits im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten ausbezahlt.

So macht es medatixx

medatixx empfiehlt seinen TI-Kunden das „eHealth Konnektor Upgrade“ von I-Motion. Dieses Paket enthält alle vom Gesetzgeber vorgegebenen verpflichtenden Komponenten für sämtliche TI-Fachdienste (NFDM, eMP, ePA, KIM, eRezept). Sie müssen sich nur einmal mit dem Buchungsprozess beschäftigen. Die initialen und laufenden Kosten für die Komponenten befinden sich innerhalb der KV-Förderung. Mehr unter ti.medatixx.de.